Ein Stromerzeuger allein reicht nicht aus – erst mit dem richtigen Anschlusskabel wird daraus eine sichere und praxisgerechte Lösung. In der Beratung sehen wir immer wieder dieselben Fragen:
Welches Kabel ist das richtige? Wie lang darf es sein? Welcher Querschnitt ist nötig? Und warum wird für die Gebäudeeinspeisung oft eine 1h-Steckstellung verwendet?
Dieser Beitrag erklärt das Thema zuerst verständlich für Laien und geht anschließend tiefer auf die technischen Hintergründe ein.
Einfache Erklärung
Warum ist das Anschlusskabel so wichtig?
Das Anschlusskabel verbindet den Stromerzeuger mit:
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einzelnen Verbrauchern
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einem Verteiler
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oder einer Gebäudeeinspeisung über einen Netztrennschalter
Ein falsches Kabel kann:
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überhitzen
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Spannungseinbrüche verursachen
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Schutzfunktionen außer Kraft setzen
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im schlimmsten Fall zu Schäden an Generator, Verbrauchern oder der Hausinstallation führen
Das Kabel ist also kein Zubehör, sondern ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Welche Kabelarten gibt es grundsätzlich?
1. Anschlusskabel für Verbraucher oder Verteiler
Diese Kabel verbinden den Stromerzeuger direkt mit:
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Baustromverteilern
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Verlängerungen
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einzelnen Maschinen
Typisch sind hier CEE-Stecker mit 6h-Stellung, wie man sie von Baustellen kennt.
2. Einspeisekabel für die Gebäudeeinspeisung
Ein Einspeisekabel ist speziell dafür gedacht, Strom vom Stromerzeuger in eine Gebäudeeinspeisesteckdose zu führen. Diese Steckdose ist wiederum mit einem Netztrennschalter verbunden.
Wichtig:
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Einspeisekabel sind keine normalen Verlängerungskabel
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sie werden ausschließlich für den Notstrombetrieb verwendet
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sie sind mechanisch und elektrisch eindeutig gekennzeichnet
Warum 1h-Stellung bei Einspeisekabeln?
Kurz erklärt
Die 1h-Stellung am CEE-Stecker sorgt dafür, dass:
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Einspeisekabel nicht mit normalen Baustromanschlüssen verwechselt werden
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keine Fehlsteckung möglich ist
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die Gebäudeeinspeisung klar vom Verbraucheranschluss getrennt bleibt
Warum nicht 6h für die Gebäudeeinspeisung?
CEE-Stecker mit 6h-Stellung sind der Standard für:
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Baustellen
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Maschinen
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mobile Verbraucher
Würde man die Gebäudeeinspeisung ebenfalls mit 6h ausführen, bestünde die Gefahr:
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dass ein Generator versehentlich an einen normalen Verteiler angeschlossen wird
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oder dass ein Kabel falsch herum eingesetzt wird
Die 1h-Stellung schafft hier eine mechanische Sicherheit, unabhängig von Beschriftung oder Farbe.
Rolle des Netztrennschalters
Ein Netztrennschalter ist zwingend erforderlich, wenn ein Gebäude mit einem Stromerzeuger versorgt werden soll. Er sorgt dafür, dass:
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das Gebäude entweder am öffentlichen Netz
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oder am Stromerzeuger hängt
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aber niemals an beiden gleichzeitig
Das Einspeisekabel verbindet den Stromerzeuger mit der Einspeisesteckdose vor dem Netztrennschalter. Ohne diese Trennung besteht Lebensgefahr durch Rückspeisung ins öffentliche Netz.
Wie lang sollte das Anschlusskabel sein?
Grundregel
So kurz wie möglich, so lang wie nötig.
Typische Längen:
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5 m: Generator steht direkt neben Einspeisepunkt
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10 m: häufige Standardlänge, flexibel und praxisnah
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15–20 m: wenn der Generator weiter entfernt stehen muss (Lärm, Abgase)
Je länger das Kabel, desto wichtiger wird der richtige Querschnitt.
Kabelquerschnitt, Strombelastbarkeit und maximale Länge
Der Kabelquerschnitt beeinflusst:
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zulässigen Strom
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Spannungsabfall
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Erwärmung
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Betriebssicherheit
Richtwerte für gängige CEE-Anschlusskabel (400 V)
| Kabelquerschnitt | Max. Dauerstrom | Empfohlene max. Kabellänge* | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| 2,5 mm² | ca. 16 A | bis ca. 20 m | kleine Aggregate, geringe Last |
| 4 mm² | ca. 25 A | bis ca. 25 m | mittlere Leistungen |
| 6 mm² | ca. 32 A | bis ca. 30 m | 32-A-CEE, Gebäudeeinspeisung |
| 10 mm² | ca. 63 A | bis ca. 30 m | größere Aggregate |
| 16 mm² | ca. 80 A | bis ca. 40 m | leistungsstarke Dieselaggregate |
* Die Angaben sind praxisorientierte Richtwerte bei üblichem Spannungsabfall. Bei empfindlichen Verbrauchern oder hoher Dauerlast sollte konservativer geplant werden.
Anforderungen an das Kabelmaterial
Ein Anschlusskabel für Stromerzeuger muss deutlich mehr können als ein Haushaltskabel:
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feindrähtige Kupferleiter für mechanische Belastung
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öl-, kraftstoff- und witterungsbeständige Ummantelung
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kälteflexibel für Winterbetrieb
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hohe Abriebfestigkeit
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zugelassen für Außen- und Baustelleneinsatz
Die von SEV angebotenen Kabel erfüllen genau diese Anforderungen:
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Kabelmaterial aus Italien
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CEE-Stecker und Kupplungen aus Österreich
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Konfektion, Prüfung und Endkontrolle in Deutschland
Jedes Kabel wird elektrisch geprüft und ist für den Einsatz an Stromerzeugern ausgelegt.
Typische Fehler aus der Praxis
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zu dünner Kabelquerschnitt → Spannungsabfall, Überhitzung
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zu lange Kabel ohne Anpassung des Querschnitts
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falsche Steckstellung für Einspeisung
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improvisierte Adapterlösungen
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ungeprüfte Verlängerungskabel aus dem Baumarkt
Gerade bei Notstromanwendungen rächt sich so etwas oft genau dann, wenn es wirklich darauf ankommt.
Fazit
Das richtige Anschlusskabel ist ein entscheidender Teil jeder Stromerzeuger-Lösung. Ob Einspeisekabel für die Gebäudeeinspeisung, klassisches Anschlusskabel oder Sonderlösung – entscheidend sind:
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korrekte Steckstellung (z. B. 1h für Einspeisung)
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ausreichender Kabelquerschnitt
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passende Länge
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hochwertiges, robustes Kabelmaterial
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normgerechte Einbindung über einen Netztrennschalter
Gerne beraten wir Sie bei SEV, welches Anschlusskabel zu Ihrem Stromerzeuger, Ihrem Einsatzzweck und Ihrer Leistung passt – praxisnah, sicher und zuverlässig.