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Stromerzeuger startklar halten: Wartung, Probelauf und Lagerung – der Praxisleitfaden

Christian Bruzek |

Ein Stromerzeuger ist schnell gekauft – aber im Ernstfall zählt nur eins: Er muss anspringen und stabil laufen. Genau daran scheitern viele Geräte nach längerer Standzeit: alter Kraftstoff, schwache Batterie, verstopfte Vergaser, Dieselprobleme, korrodierte Kontakte oder schlicht fehlende Routine beim Starten und Umschalten.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen praxisnah, wie Sie Ihren mobilen Stromerzeuger (und auch Notstromaggregate fürs Gebäude) mit überschaubarem Aufwand zuverlässig einsatzbereit halten – inklusive Checklisten und sinnvollen Intervallen.


Warum Generatoren nach Standzeit oft nicht starten

Die häufigsten Ursachen sind erstaunlich banal:

  • Alter Kraftstoff (Benzin „verharzt“, Diesel kann mikrobiell kippen)

  • Vergaser/ Einspritzsystem verschmutzt (besonders bei Benzin)

  • Batterie schwach (E-Start, Steuerung, ATS/Netzumschaltung)

  • Ölstand/Ölqualität nicht passend (Sensor stoppt den Motor oder Verschleiß steigt)

  • Feuchtigkeit/Korrosion an Steckdosen, Klemmen, Reglern

  • Kein Lasttest: Gerät läuft „leer“ zwar, bricht aber unter Last ein

Die gute Nachricht: Mit einem festen Ablauf lässt sich das nahezu komplett vermeiden.


Der richtige Rhythmus: So oft sollten Sie prüfen und laufen lassen

Für mobile Stromerzeuger (Baustelle, Verein, Event, Hof, Privat)

Alle 4–8 Wochen

  • Sichtprüfung (Leckagen, Kabel, Steckdosen, Luftführung)

  • Starten und warm laufen lassen

  • Kurz unter echter Last betreiben (z. B. Heizlüfter/Lastwiderstand/geeignete Verbraucher)

Alle 6–12 Monate

  • Ölwechsel (oder nach Herstellerangabe/ Betriebsstunden)

  • Luftfilter prüfen/ersetzen (Umgebung abhängig)

  • Zündkerze prüfen (Benziner)

Für Notstromaggregate mit Einspeisung ins Gebäude / NEA

Regelmäßiger Probelauf ist Pflicht – aber wichtig ist: nicht „nur anwerfen“.

  • Probelauf idealerweise mit nennenswerter Last, nicht nur im Leerlauf

  • Zusätzlich: Funktionsprüfung Umschaltung/Netztrennschalter, Einspeisekabel, Dokumentation

Merksatz: Ein Generator, der nur im Leerlauf läuft, ist nicht geprüft – nur bewegt.


Probelauf richtig machen: Schritt-für-Schritt

1) Vor dem Start (2 Minuten)

  • Gerät standsicher, trocken, gut belüftet aufstellen

  • Kraftstoffstand prüfen (und: ist der Kraftstoff frisch?)

  • Ölstand prüfen (bei manchen Motoren startet er sonst nicht)

  • Sichtprüfung: Schläuche, Schellen, Kabel, Steckdosen, Risse

  • Bei E-Start: Batterie/Startkraft spürbar vorhanden?

2) Start & Warmlauf

  • Starten, 2–5 Minuten warmlaufen lassen

  • Ungewöhnliche Geräusche, Rauch, Geruch, Vibrationen beachten

  • Anzeigeinstrumente prüfen (Spannung/Hz, Warnlampen)

3) Last drauf – aber sinnvoll

  • Verbraucher stufenweise zuschalten (nicht alles auf einmal)

  • Ziel: stabile Spannung und Frequenz, keine „Einsack“-Effekte

  • Mindestens 15–30 Minuten unter Last laufen lassen (je nach System und Zweck)

4) Nachlauf & Abstellen

  • Last sauber trennen

  • 1–2 Minuten nachlaufen lassen (Temperaturausgleich)

  • Abstellen, kurze Sichtkontrolle

  • Ergebnis notieren (Datum, Laufzeit, Auffälligkeiten)


Lasttest: Warum „unter Last“ so wichtig ist

Viele Probleme zeigen sich nur, wenn wirklich Leistung fließt:

  • Regler/AVR arbeitet nur unter Last „real“

  • Kontakte/Steckverbindungen erwärmen sich erst bei Strom

  • Motor verhält sich anders, wenn Drehmoment benötigt wird

  • Bei Diesel verhindert ausreichende Last typische „Schlecht-Betriebszustände“ (Ablagerungen durch zu geringe Betriebstemperatur)

Praxis-Tipp:
Wenn Sie keinen passenden Verbraucher haben, sind Lastwiderstände/Lastbänke die sauberste Lösung – besonders für regelmäßige Tests bei Aggregaten mit höherer Leistung.


Kraftstoff-Management: Der unterschätzte Schlüssel zur Startbereitschaft

Benzin: häufigster Problemfall bei Standzeit

Benzin kann mit der Zeit seine Eigenschaften verändern, Rückstände bilden und kleine Kanäle im Vergaser zusetzen.

So vermeiden Sie Ärger:

  • Möglichst frischen Kraftstoff verwenden

  • Für Geräte, die selten laufen: lieber kleinere Mengen bevorraten und rotieren

  • Vor längerer Einlagerung:

    • Kraftstoffsystem nach Möglichkeit „leerfahren“ (je nach Gerät/Hersteller)

    • Oder: bewusst mit geeignetem Kraftstoffkonzept arbeiten (statt „halbvoll wegstellen“)

Ganz wichtig:
2-Takt-Gemische altern besonders kritisch. Was lange stand, gehört nicht mehr in den Tank.

Diesel: Standzeit + Wasser = Risiko

Diesel ist für längere Lagerung grundsätzlich geeigneter – aber Wasser im Tank und lange Standzeiten können mikrobielles Wachstum fördern („Dieselpest“), was Filter und Leitungen zusetzt.

Gute Praxis:

  • Tank sauber halten, Wasser vermeiden (Kondensat!)

  • Filterwechsel und Sichtkontrolle ernst nehmen

  • Bei größeren Anlagen/Tanks: regelmäßige Prüfung der Kraftstoffqualität einplanen

Gas: bequem, aber nicht immer „krisenfest“

Gaslösungen sind in bestimmten Szenarien praktisch – aber Verfügbarkeit und Druckregler/Versorgung können im Störfall limitieren. Für echte Notfälle zählt: Was ist im Ernstfall sicher verfügbar?


Batterie & E-Start: Der Klassiker im Ernstfall

Wenn ein Aggregat einen E-Start hat, ist die Batterie oft der stille Single-Point-of-Failure.

Checkliste:

  • Batterie regelmäßig laden/erhalten (Erhaltungslader sinnvoll)

  • Pole sauber, fest, korrosionsfrei

  • Teststart nicht nur „kurz drehen“, sondern wirklich laufen lassen

  • Ersatzplan: Starthilfe möglich? Seilzug vorhanden? Zugang frei?


Öl, Luftfilter, Zündkerze: Kleine Teile, große Wirkung

  • Öl: zu wenig oder falsche Viskosität kann Start verhindern (Ölmangelschutz) und verschleißt den Motor.

  • Luftfilter: verschmutzt = Leistung fehlt, Verbrauch steigt, Motor läuft schlechter an.

  • Zündkerze (Benzin): Ablagerungen = Zündaussetzer, schlechter Start, unruhiger Lauf.

Faustregel:
Wenn Sie im Notfall nicht schrauben wollen, machen Sie diese Punkte vorher planbar.


Kontaktpflege: Steckdosen, Klemmen, Kabel und Verteiler

Gerade bei mobilen Einsätzen sind Steckverbindungen Stress ausgesetzt:

  • Feuchtigkeit, Staub, mechanische Belastung

  • lockere Schrauben, verschmorte Kontakte, „warme“ Steckdosen

  • Kabeltrommeln und Verlängerungen werden vergessen – sind aber Teil des Systems

Beim Probelauf immer mitprüfen:

  • Einspeisekabel / Verlängerungen: unbeschädigt, richtiger Querschnitt, sauber abgerollt

  • Verteiler: keine Brüche, keine Verfärbungen, Schutzorgane intakt

  • Stecker/Kupplungen: fest, nicht ausgeschlagen, keine Hitze-Spuren


Einlagerung richtig: So übersteht der Generator Monate ohne Ärger

Wenn Sie wissen, dass das Gerät längere Zeit steht:

  1. Sauber abkühlen lassen, dann reinigen (Staub/Ölfilm bindet Feuchtigkeit)

  2. Trocken lagern, gegen Nässe und starke Temperaturschwankungen schützen

  3. Kraftstoffstrategie festlegen (nicht „irgendwie halbvoll“)

  4. Batterie pflegen (abklemmen oder Erhaltungsladung – je nach System)

  5. Zubehör komplett halten: Kabel, Stecker, Werkzeug, Betriebsanleitung, Öl

Bonus-Tipp:
Packen Sie eine kleine „Notstrom-Kiste“ dazu: Stirnlampe, Handschuhe, Reserve-Öl, Ersatzsicherung, Multimeter/Steckdosenprüfer (wenn vorhanden), Kabelbinder.


Dokumentation: Das wirkt langweilig – rettet aber im Ernstfall

Eine einfache Liste reicht:

  • Datum, Laufzeit, Last (ungefähr), Auffälligkeiten

  • Ölwechsel/Filter/Zündkerze: wann gemacht, Betriebsstunden

  • Welcher Kraftstoff ist drin (und wie alt ungefähr)?

  • Wo liegt Zubehör (Einspeisekabel, Netztrennschalter-Zugang, Schlüssel)?

Wenn mehrere Personen Zugriff haben (Betrieb/Verein/Feuerwehr/Kommunen): Dokumentation ist Pflicht, sonst ist’s Zufall.


Kompakte Checkliste zum Kopieren

Monatlich / alle 4–8 Wochen

  • Sichtprüfung (Leckagen, Kabel, Steckdosen, Gehäuse, Luftführung)

  • Ölstand prüfen

  • Starten, warm laufen lassen

  • 15–30 Min. unter Last testen (stufenweise)

  • Ergebnis notieren

Halbjährlich / jährlich

  • Ölwechsel (oder nach Herstellervorgabe)

  • Luftfilter prüfen/ersetzen

  • Zündkerze prüfen (Benziner)

  • Batterie prüfen/pflegen

  • Kabel/Verteiler gründlich prüfen


Fazit

Ein Stromerzeuger ist nur dann eine echte Absicherung, wenn er regelmäßig bewegt und realistisch geprüft wird. Wer Probelauf, Lasttest, Kraftstoff-Management und Batteriepflege in einen einfachen Rhythmus bringt, hat im Ernstfall keine Überraschungen – sondern Strom.

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