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Welches Notstromaggregat für das Einfamilienhaus?

Michael Hitz |

Ein längerer Stromausfall kann ein Einfamilienhaus schnell lahmlegen: Heizung, Kühlung, Licht und Kommunikation stehen still. Ein Notstromaggregat stellt sicher, dass Ihr Zuhause auch bei Netzausfall weiterhin versorgt ist. Doch welches Aggregat ist das Richtige? Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel.

Einleitung: Grundlegende Anforderungen

Bevor Sie ein Notstromaggregat auswählen, sollten Sie festlegen, welche Geräte im Notfall weiterlaufen müssen. Das verhindert Überdimensionierung und spart Kosten. Typische Verbraucher im Haus haben folgenden Leistungsbedarf:

  • Heizung und Warmwasser:
    – Gasheizung: ca. 300 W
    – Ölheizung inklusive Warmwasser: ca. 600–3000 W
    Wärmepumpe (Luft/Wasser, Erd- oder Wasserwärmepumpe): ca. 5000–10 000 W

  • Warmwasserbereiter: Elektroboiler ca. 600–1000 W

  • Kühlgeräte: Kühlschrank und Gefriertruhe jeweils etwa 300 W

  • Küche:
    – Kochplatte (Standard): ca. 800 W
    – Schnellkochplatte: ca. 2200 W
    – Mikrowelle: je nach Größe 600–1500 W

  • Kommunikation und Sicherheit: Telefon, Router, TV, Radio, Alarmanlage: insgesamt unter 100 W

  • Beleuchtung: LED-Leuchten etwa 15–100 W pro Lampe

  • Wasserpumpe oder Hauswasserwerk: Leistungsbedarf abhängig vom Modell

Nicht alle Geräte müssen im Notfall versorgt werden. Elektroherde und Trockner haben hohe Leistungen und lassen sich meist für die Ausfallzeit ersetzen (z.B. mit Gaskocher oder Grill). Eine Liste der Prioritäten hilft, die passende Leistungsklasse des Aggregats zu bestimmen.

Technische Details für die Auswahl

Leistungsreserve und Anlaufstrom
Induktive Verbraucher wie Pumpen und Motoren benötigen beim Start einen deutlich höheren Strom als im Betrieb. Planen Sie bei der Aggregatleistung daher eine Reserve von rund 20–30 %. Dies schützt vor Spannungsabfall, wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig anlaufen.

Einphasig oder dreiphasig?
Die meisten Haushaltsgeräte laufen auf 230 V (einphasig). Dreiphasige Generatoren verteilen ihre Leistung auf drei Phasen; werden diese ungleich belastet, kann die Spannung schwanken. Wenn keine Drehstromgeräte vorhanden sind, ist ein einphasiges Aggregat oft die bessere Wahl. Bei Wärmepumpen oder großen Pumpen ist ein dreiphasiges Gerät nötig; dann sollte es ausreichend dimensioniert sein, um unsymmetrische Lasten zu verkraften.

Brennstoffwahl und Laufzeit
Dieselaggregate gelten als robust und sind für längere Laufzeiten ausgelegt. Benzin-Generatoren eignen sich eher für kürzere Einsätze und sind oft günstiger. Bei Gasgeräten ist die Lagerung des Brennstoffs unkompliziert, sie sind jedoch weniger verbreitet. Denken Sie daran, Kraftstoffe in sicheren, bruchsicheren Behältern zu lagern und nur gesetzlich zulässige Mengen aufzubewahren.

Richtiger Anschluss ans Hausnetz

Ein häufig genannter Mythos ist, dass man ein Notstromaggregat einfach über eine beliebige Steckdose ins Hausnetz einspeisen kann. Das ist gefährlich und verboten: Der Anschluss über eine Steckdose kann zu Schäden an der Hausinstallation führen und birgt das Risiko eines Stromschlags. Darüber hinaus besteht die Gefahr der unkontrollierten Rückspeisung ins öffentliche Netz, was sowohl Netzbetreiber als auch andere Haushalte gefährdet.

Um das zu vermeiden, muss das Aggregat immer über einen professionell installierten Netztrennschalter (Umschaltanlage) oder ATS angeschlossen werden. Dieser sorgt dafür, dass die Hausanlage beim Notstrombetrieb vollständig vom öffentlichen Netz getrennt ist. Der Einbau einer solchen Umschaltanlage darf nur durch einen qualifizierten Elektriker erfolgen. Zusätzlich sind FI-Schutzschalter und eine ordnungsgemäße Erdung des Aggregats zwingend vorgeschrieben. Ohne diese Sicherheitsmechanismen drohen lebensgefährliche Situationen und im schlimmsten Fall die Zerstörung Ihres Generators durch unkontrollierte Spannungen und Frequenzen.

Sicherheit und Betriebshinweise

Ein Notstromaggregat darf nie einfach über eine normale Steckdose ins Hausnetz eingespeist werden. Laut den Richtlinien der Netzbetreiber muss die Installation so ausgelegt sein, dass eine sichere und allpolige Trennung zwischen öffentlichem Netz und der Notstromversorgung gewährleistet ist. Die wichtigsten Punkte:

  • Netztrennschalter: Ein Umschalter trennt das Hausnetz vollständig vom öffentlichen Netz, bevor das Aggregat zugeschaltet wird. Ein Parallelbetrieb ist nur kurzfristig zur Synchronisation zulässig und wird bei einfachen Hausanlagen in der Regel nicht benötigt.

  • Rückspeisung verhindern: Es darf keine Energie vom Aggregat in das öffentliche Netz zurückfließen, da dies zu gefährlichen Spannungen und zur Beschädigung der Installation führen kann. Eine automatische Schaltung sorgt dafür, dass das Netz erst wieder zugeschaltet wird, wenn die öffentliche Versorgung stabil zurückkehrt.

  • FI-Schutzschalter und Erdung: Ein Fehlerstromschutzschalter (FI) muss vorhanden sein, um gefährliche Berührungsströme zu vermeiden. Das Aggregat ist ordnungsgemäß zu erden; bei Modellen mit Isolationsüberwachung entfällt die Erdungspflicht, wenn diese Funktion vorgesehen ist.

  • Fachgerechte Elektro-Installation: Planung, Anschluss und Wartung sollten durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Dies gewährleistet, dass der richtige Leitungstyp verwendet wird, die Umschalteinrichtung korrekt funktioniert und alle Vorschriften eingehalten werden.

  • Regelmäßige Tests: Führen Sie das Aggregat regelmäßig zu Probeläufen; so stellen Sie sicher, dass es im Ernstfall sofort anspringt. Beachten Sie auch Wartungsintervalle für Öl- und Filterwechsel.

  • Standort: Stellen Sie das Aggregat immer in einem gut belüfteten Bereich auf, damit Abgase sicher abgeführt werden und keine Kohlenmonoxid-Vergiftung droht. Es darf niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden

Fazit

Ein passendes Notstromaggregat gibt Sicherheit und Autarkie im Einfamilienhaus. Entscheidend ist eine sorgfältige Bedarfsanalyse, die richtige Dimensionierung und ein sicherer Anschluss über einen Netztrennschalter. Die Beachtung technischer Details wie Anlaufströme, Phasenlast und Brennstofflagerung stellt einen störungsfreien Betrieb sicher. Bei der Auswahl und Installation lohnt sich die Beratung durch erfahrene Fachleute – wir helfen Ihnen gern dabei, das optimale Aggregat für Ihr Zuhause zu finden.

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