Notstromversorgung für Wasserwerke. Damit Wasser weiterfließt.
Ob Wasserwerk, Druckerhöhungsanlage oder Pumpstation: Bei einem Stromausfall müssen wichtige Abläufe sicher weiterlaufen. SEV unterstützt Wasserversorger bei der Auswahl und Auslegung mobiler und stationärer Notstromaggregate – passend zu Verbrauchern, Startströmen und Betriebsdauer.
Notstrom ist Teil einer belastbaren Wasserversorgung
Wasserversorgungsanlagen gehören zu den unverzichtbaren Infrastrukturen. Welche Prozesse im Netzausfall weiterlaufen müssen und wie lange, ergibt sich aus der konkreten Anlage und dem betrieblichen Notfallkonzept.
Wichtige Verbraucher versorgen
Wasserförderung, Aufbereitung, Druckhaltung und Steuerung werden nach Priorität und erforderlicher Verfügbarkeit bewertet.
Motoranläufe berücksichtigen
Pumpen und Antriebe können hohe Anlaufleistungen verlangen. Entscheidend sind Lastprofil, Anlaufverfahren und zulässige Spannungseinbrüche.
Betriebsdauer gewährleisten
Kraftstoff, Nachbetankung, Wartung, Aufstellort und Personal müssen auch für länger andauernde Netzstörungen eingeplant werden.
Welche Bereiche benötigen im Stromausfall Energie?
Nicht jede Anlage muss vollständig weiterbetrieben werden. Häufig ist ein abgestufter Notbetrieb wirtschaftlicher und zuverlässiger – abgestimmt auf die betriebliche Versorgungssituation.
Wasserförderung
Brunnen- und Förderpumpen sowie relevante Pumpstationen für die erforderliche Wassermenge.
Wasseraufbereitung
Für die Trinkwasserqualität notwendige Aufbereitungs-, Dosier- und Überwachungstechnik.
Druckhaltung
Druckerhöhungsanlagen, Behälterbewirtschaftung und die dafür erforderlichen Antriebe.
Steuerung & Kommunikation
SPS, Leittechnik, Messtechnik, Fernüberwachung und notwendige Kommunikationssysteme.
Vom einzelnen Pumpwerk bis zur vernetzten Anlage
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Fördermenge, vorhandenen Speicherbehältern, Leitungssystem, Betriebsweise und Bedeutung des Standorts. Eine Notstromlösung sollte deshalb immer mit einem konkreten Last- und Betriebskonzept beginnen.
- Verbraucher und gleichzeitig auftretende Lasten erfassen
- Motorstart, Frequenzumrichter und Netzqualität prüfen
- Notstrom-Einspeisung und Umschaltung technisch planen
- Verfügbarkeit, Wartung und Betankung absichern

Welche Notstromlösung passt zum Wasserwerk?
Die geeignete Technik hängt von Versorgungspriorität, Einbauort, zulässiger Unterbrechungszeit und Leistungsbedarf ab.
Stationäre Notstromaggregate
Für fest installierte Netzersatzkonzepte mit definiertem Einspeisepunkt und optional automatischer Umschaltung. Eine kurzzeitige Unterbrechung kann bei der Übernahme auftreten.
Notstromaggregate ansehen →Mobile Notstromaggregate
Für mehrere Standorte oder als Reserve. Voraussetzung sind geeignete Anschlussstellen, sichere Netztrennung, Logistik und eine definierte Inbetriebnahme im Notfall.
Mobile Stromerzeuger ansehen →USV und hybride Systeme
Eine USV kann Steuerungen während einer Umschaltzeit überbrücken. Speicher und Photovoltaik können bei geeigneter Inselbetriebsfähigkeit das Versorgungskonzept ergänzen.
Energiespeicher ansehen →Notstromversorgung richtig planen
Die Auswahl der kVA-Leistung allein reicht nicht. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Verbrauchern, Schalttechnik, Einbauort und Betriebskonzept.
Kritische Prozesse definieren
Welche Pumpen, Mess-, Steuer- und Aufbereitungsanlagen müssen im Notbetrieb laufen?
Lastprofil und Anlauf prüfen
Leistung in kW/kVA, Phasen, Leistungsfaktor, Motoranläufe und Laststufen erfassen.
Aggregat und Umschaltung wählen
Stationäres oder mobiles Konzept, Hand-/Automatikumschaltung und USV-Bedarf abstimmen.
Aufstellung und Anschlüsse klären
Einspeisepunkt, elektrische Schutztechnik, Abgasführung, Schall und Belüftung berücksichtigen.
Betriebsdauer absichern
Kraftstoffvorrat, Nachschub, Wartung, Personal und Erreichbarkeit auch für lange Ausfälle vorsehen.
Unter realer Last testen
Regelmäßige Probeläufe, Umschalttests, Dokumentation und Übungen fest einplanen.
Sicherheit und Regelwerke richtig einordnen
Für Wasserwerke kommen Anforderungen aus Wasserversorgung, Risikomanagement und Elektrotechnik zusammen. Welche Regeln im Einzelfall anzuwenden sind, ist projektspezifisch zu prüfen. Eine pauschale Normenliste ersetzt keine Planung.
Versorgungs- und Risikomanagement
Das DVGW-Merkblatt W 1001 und die DIN EN 15975-2 sind wichtige Bezugspunkte für Risiko- und Krisenmanagement in der Trinkwasserversorgung.
Notstrom und sicherer Betrieb
Das BBK-Handbuch zur Notstromversorgung bietet Hinweise zu Bedarfsermittlung, Betriebsdauer, Tests und mobilen Anlagen. Die elektrotechnische Ausführung muss fachgerecht erfolgen.
Hinweis: Ein Notstromaggregat ersetzt nicht automatisch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Bei empfindlicher Steuerungs- oder Prozesstechnik kann eine gesonderte USV sinnvoll sein.
FAQ: Notstromversorgung für Wasserwerke
Welche Leistung braucht ein Notstromaggregat für ein Wasserwerk?
Die benötigte Leistung hängt vom tatsächlichen Notbetrieb ab. Neben den gleichzeitig benötigten Verbrauchern sind vor allem Pumpenstarts, Leistungsfaktor, Umrichter und Laststufen zu berücksichtigen. Eine pauschale kVA-Angabe wäre deshalb nicht seriös.
Startet ein stationäres Notstromaggregat automatisch?
Mit geeigneter Steuerung und Netzumschalteinrichtung kann ein stationäres Aggregat automatisch starten und die Versorgung übernehmen. Die Umschaltung benötigt in der Regel Zeit; bei unterbrechungsempfindlichen Verbrauchern kann ergänzend eine USV erforderlich sein.
Kann ein mobiles Aggregat mehrere Pumpstationen absichern?
Grundsätzlich ja, sofern Anschluss, Leistung, Schutzkonzept, Standort und organisatorische Abläufe für jede Station vorbereitet sind. Ein einziges mobiles Aggregat kann jedoch nicht gleichzeitig mehrere räumlich getrennte Stationen versorgen.
Wie lange muss die Notstromversorgung laufen?
Die erforderliche Autonomie ergibt sich aus dem jeweiligen Risikokonzept, den vorhandenen Speicherkapazitäten und der Versorgungspflicht. Neben dem Tankinhalt sind Nachbetankung, Kraftstofflogistik und Wartung einzuplanen; auch Szenarien über 72 Stunden sollten betrachtet werden.
Kann eine Solaranlage mit Speicher ein Wasserwerk absichern?
Nur wenn das System ausdrücklich für den erforderlichen Inselbetrieb ausgelegt ist und genügend Leistung sowie Energie bereitstellt. Eine gewöhnliche netzgekoppelte PV-Anlage versorgt bei Netzausfall nicht automatisch weiter. Häufig sind kombinierte Lösungen sinnvoll.
Notstrom für Ihr Wasserwerk planen?
Wir unterstützen Sie bei der Auswahl passender Aggregate und der technischen Vorplanung. Mit einer Verbraucher- und Leistungsübersicht können wir die Lösung gezielt eingrenzen.